Politik des Eros

Politik des Eros

Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur, 1880-1934

Köln u.a.: Böhlau 2008 (Diss. Hamburg; 2004)
Rezension in der FAZ, Print 18.3.09
Rezension in: Männer 05/2009, S. 84
Rezension WELT ONLINE, 11. Juli 2009
Rezension literaturkritik.de, Nr. 7, Juli 2009
Rezension von Rüdiger Bergien in: H-Soz-u-Kult, 04.08.2009
Rezension in: Gnostika. Archiv für Altes Gedankengut und Wissen,
42/2009, S. 88

Rezension in: sehepunkte – Rezensionsjournal für Geschichtswissenschaft, Ausgabe 9 (2009), Nr. 10, rezensiert von: Martin Lücke
Rezension in: querelles-net, Jg. 10, Nr. 3 (2009), rezensiert von: Stefan Müller
Rezension in: Lambda Nachrichten, 6/2009, S. 52, rezensiert von: Gudrun Hauer
Rezension in: Historische Anthropologie, 18/2010, Heft 2, S. 324-326, rezensiert von Ulrich Prehn
Rezension in: Oxford Journals: German History Advance Access, 11/2010, rezensiert von: Robert Beachy

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Das Konzept vom »Männerbund« wurde um 1900 in verschiedenen Wissenschaftsfeldern wie der Ethnologie oder der Medizin, aber auch in der Politik und im Adelskreis um Kaiser Wilhelm II. diskutiert. Dessen engste Berater standen in den Jahren 1906 und 1908 unter dem Verdacht, eine homosexuelle »Verbündelung« um den Kaiser zu bilden. Die Tatsache, dass dies auch in der Presse diskutiert wurde, zog eine enorme Popularisierung des Männerbundgedankens in der breiten Bevölkerung nach sich. Die Autorin macht vor diesem Hintergrund deutlich, dass besonders die junge, männliche Generation vom bündischen Gedanken fasziniert war, der ihr politisches Handeln bis in ihre Selbstentwürfe hinein prägte. Die Vorstellung vom (homo)erotischen Bündnis unter Männern half nicht nur, Formen einer modernen und gefühlvolleren Männlichkeit zu entwickeln, sondern diesen auch politisches Gewicht zu verleihen. Der Männerbunddiskurs verteidigte ein exklusiv männliches Staatsverständnis und sprach zugleich wirkungsvoll Frauen und Juden das Recht auf politische Partizipation ab. Am Beispiel des populären Wandervogelchronisten und Laienanalytikers, Hans Blüher (1888–1955), der sich von einem Vorkämpfer der Homosexuellenemanzipation im Umfeld Freuds und Hirschfelds zu einem der radikalsten Antisemiten der Weimarer Republik und Anhänger der Konservativen Revolution entwickelte, zeigt die Studie eindrucksvoll das Ineinandergreifen von Wissensdiskursen, Machtstrukturen und Subjektentwürfen.

Inhaltsverzeichnis (PDF, 472 KB)
Einleitung (PDF, 2,9 MB)